Fernlust: Rosca de Reyes mit Dinkel

Von Herzen wünsche ich euch ein gutes neues Jahr mit weiterhin viel Freude an den Leckereien aus dem Ofen und am Experimentieren mit Broten und Gebäcken. Mit dem Dreikönigstag besteht ja schon wieder eine tolle Gelegenheit, den Ofen einzuheizen. Ich liebe es, an Feiertagen traditionsreiche Gebäcke auszuprobieren – besonders weil einem dabei nie die Ideen ausgehen. Auch bei den Weihnachtsgebäcken war ich dieses Jahr richtig hin- und her gerissen. Sollten es Chrömli werden, wie das in unserem Haushalt Tradition hat? Oder vielleicht doch besser Christstollen, womit Herr C. aufgewachsen ist? Ganz weit oben auf meiner Liste ist ein traditioneller, englischer Christmas Cake, wie wir dieses Jahr ein herrliches Stück von einer lieben Nachbarin erhalten haben. Nachdem ich mich an Weihnachten meiner Tradition gewidmet habe, bin ich für den Dreikönigstag etwas experimentierfreudiger.

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Mit dem klassischen Drei-Königskuchen meiner Region und der Galette des Rois aus der Romandie habe ich euch die Drei-Königstagsgebäcke aus dem Schwiizerreisli bereits vorgestellt. Also habe ich den diesjährigen Drei-Königskuchen der mexikanischen Version gewidmet; der Rosca de Reyes oder Roscòn de Reyes. Der zart buttrige Teig erinnert mich an Panetone – eine herrliche Alternative zu den bereits vorgestellten Varianten. Die Rosca de Reyes findet mit der dezenten Süsse ein gutes Mittel zwischen dem zopfähnlichen Dreikönigskuchen, der mein Favorit bleiben wird, und der für meinen Geschmack nach Weihnachten etwas zu üppigen Galette. Auch in der Rosca versteckt sich ein König – bei mir durch eine ungeschälte Mandel dargestellt. Nach der Mexikanischen Tradition befindet sich neben der Königsfigur auch noch eine haba, eine getrocknete Bohne in der Rosca. Wer den König in seinem Stück findet, ist König für den Tag, wer die Bohne bekommt, muss zum Fest der Darstellung des Herrn am 2. Februar die Gäste bekochen. Dieser Feiertag, der auch Mariä Lichtmess genannt wird und mit dem 40. Tag nach Weihnachten das Ende der Feier von Christis Geburt darstellt, war mir bislang völlig unbekannt, bringt allerdings eine dankend entgegengenommene Ausrede, den schönen Weihnachtsschmuck noch bis zum 2. Februar hängen zu lassen.

Das Rezept der Rosca de Reyes lässt sich sicherlich noch optimieren – mir schwebt da ein Mehlkochstück vor, um noch etwas mehr Milch in den Teig zu bringen und allenfalls auch erst nach dem Backen aufgelegte Dekoration. Aber als einfache und unkomplizierte Variante ist diese Rosca durchaus einen Blogpost wert und inspiriert hoffentlich einige von euch zum spontanen Dreikönigskuchenbacken für den kommenden Sonntagszmorgen.

Für 3 Stück à ca. 670 g (in Klammern für eine Rosca de Reyes)
(300 g) 900 g Dinkelmehl, hell ca. Type 630
(100 ml) 300 ml Milch
(1) 3 Eier
(60 g) 180 g Butter
(6 g) 18 g Salz
(6 g) 21 g Hefe
(60 g) 180 g Zucker
(40 ml) 120 ml Milch
(1) 3 Orangen, Schale
(50 g) 150 g Orangeat, fein gehackt
1 Schuss Rum

(1) 3 ungeschälte Mandel, als König

Für die Deko-Paste
(30 g) 90 g Dinkelmehl, hell ca. Type 630
(10 g) 30 g Butter
(15 g) 45 g Zucker
wenig Ei, verquirlt (den Rest für den Anstrich verwenden)
wenig Zimt
wenig Vanille

Für die Dekorations-Krone
Ein Ei, verquirlt (den Rest von der Dekopaste verwenden)
Einige Trockenfrüchte, in Rum eingelegt. Bei mir habe ich für jede Rosca drei getrocknete Pflaumen, drei getrocknete Aprikosen und einige Weinbeeren und Orangeat-Stücke in Rum eingelegt und verwendet.

  1. Hauptteig: Dinkelmehl, Milch, Eier, Butter, Salz und Hefe in eine Schüssel geben und zu einem Teig mischen (ca. 5 Minuten). Unterdessen den Zucker in der übrigen Milch leicht auflösen und langsam beifügen. Die Orangenschale, das gehackte Orangeat und den Rum beifügen und den Teig kneten, bis er geschmeidig ist und sich vom Schüsselboden löst (ca. 10-12 Minuten).
  2. Stockgare: Den Teig ca. drei Stunden gehen lassen. Dabei nach Möglichkeit nach 60 und 120 Minuten je einmal strecken und falten.
  3. Dekopaste herstellen: Für die Dekopaste Mehl, Butter, Zucker, Zimt und Vanille zwischen den Fingern zerreiben. Ein Ei verquirlen und Esslöffelweise zugeben, bis die Masse zusammenhält. Den Rest für den Anstrich verwenden. Bis zur Verwendung in den Kühlschrank geben. Zudem die Trockenfrüchte in Rum einlegen.
  4. Formen: Die drei ungeschälten Mandeln für die Könige bereitlegen – sodass sie nicht vergessen gehen. Den Teig in Stücke à ca. 670 g teilen. Jedes Teigstück mit einer ungeschälten Mandel als König versehen (ich schreibe dies FETT, KURSIV und UNTERSTRICHEN weil ich es jedes Mal vergesse!) und die Teigstücke auf wenig Mehl locker rund formen. Die Teiglinge ca. 10 Minuten entspannen lassen. Die Fingerspitzen zusammendrücken (so als ob ihr italienische Handgesten üben würdet) und mit kreisenden Bewegungen sanft ein Loch in die Mitte der Teigkugel drücken. Sobald sich ein Loch gebildet hat, dieses mit weiteren Kreisbewegungen ausweiten. Dabei darauf achten, dass der Teig nicht an der Hand klebt, allenfalls etwas Mehl an die Hand und auf die Arbeitsfläche geben und dass das Loch gleichmässig ausgeweitet wird. Falls sich der Teig zusammenzieht, nochmals 10 Minuten entspannen lassen und anschliessend weiter ausweiten.
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  5. Stückgare: Die Roscas mit wenig Wasser bestäuben und ca. 30 Minuten gehen lassen.
  6. Dekoration: Die Roscas mit dem restlichen verquirlten Ei bestreichen. Die Deko-Paste auf wenig Mehl ausrollen und in Streifen von ca. 8 cm Länge und 2-3 cm Breite schneiden. Auf jeder Rosca 6 Deko-Streifen verteilen und dazwischen die Trockenfrüchte zu einer Kronendekoration anrichten. Die Trockenfrüchte dabei gut eindrücken. Nochmals ca. 15 Minuten gehen lassen.
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  7. Backen: Mit wenig Dampf bei 160°C Umluft für ca. 20-25 Minuten backen.

Fröhliches Drei-Königskuchen-Essen!

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